Emails - Fluch oder Segen?

Die Kommunikationsmöglichkeiten haben sich im letzten Jahrzehnt radikal vervielfacht und geändert mit all den ihren Vor- und Nachteilen.
Hat das Arbeitsleben durch Digitalisierung und die damit verbundenen kurzen Kommunikationswegen auf der einen Seite an Effizienz und Schnelligkeit gewonnen, macht sich andrerseits Überlastung durch Kommunikationsflut breit.

Email gehören zwar schon lange zum alten Eisen, sind aber immer noch das häufigste Kommunikationsmittel in Organisationen bzw. im Geschäftsleben und ersetzen oft persönliche Gespräche. Emailkommunikation bietet seine Vorteile durch rasches Reagieren und ein schriftlicher Beweis im Gegensatz zum gesprochenen Wort kann in manchen Situationen definitiv kein Fehler sein.

Informationsüberflutung

Erhältst du zu viele Emails, vor allem solche, die dich gar nicht direkt betreffen, folgen oft Überwältigung und Reizüberflutung als natürliche Reaktion. Ist die Mailbox voll, ist das Herausfiltern von tatsächlichen relevanten und/oder dringlichen Nachrichten oft gar nicht so einfach. Das Durchackern der vollen Mailbox wird so für viele zur täglichen Qual.

One-way-Communication

Im persönlichen Austausch bleiben wir unserem Gegenüber in der Regel eher selten eine Antwort schuldig oder verlassen einfach das Gespräch - oder finden uns in der umgekehrten Situation. Einfach untertauchen und keine Rückmeldung geben, passiert in der Emailkommunikation etwas häufiger - eine beliebte Taktik um sich nicht mit einem Thema auseinandersetzten zu müssen. Leider nicht gerade die feine Art, vor allem wenn Entscheidungen gefällt werden müssen oder weitere Schritte von einem Statement abhängig sind.

Ablenkung

Theoretisch könnte es von Vorteil sein, dass wir durch Mails nicht in der gleichen Art und Weise abgelenkt werden, wie durch das plötzliche Hereinplatzen eines*r Kolleg*in. Theoretisch könnten wir unsere Mails nur zu bestimmten Zeiten abrufen, um ungestört arbeiten zu können. Praktisch lassen wir uns über jedes neue Mail sofort benachrichtigen und wechseln dann sofort zum Mailprogramm und verlieren uns dann oft dort. Ein Killer für fokussiertes Arbeiten!

Missverständnisse

Im persönlichen direkten Gespräch erhalten wir durch nonverbale Kommunikation sehr viel mehr Informationen und haben auch die Möglichkeit direkt nachzufragen oder einzuhaken, wenn etwas unklar ist bzw. können wir manches direkt ausdiskutieren. In der Emailkommunikation müssen wir uns auf das geschriebene Wort verlassen. Je nach Kommunikationsfähigkeiten des Senders kann dies Türen für Interpretationen und damit verbundenen Missverständnissen öffnen.

Wie bereits eingangs erwähnt hat alles seine Vor- und Nachteile. Man könnte auch diskutieren ob der Einsatz von Emojis gut oder schlecht ist, freuen sich diese einer immer größeren Beliebtheit. Manchmal ist ein „Daumen hoch“ als Feedback vielleicht perfekt, machmal wünschen wir uns vielleicht doch eine etwas detailliertere Ausführung.

Digitale Kommunikation kann auf die Kosten von persönlichem Austausch gehen, was sich negativ auf die Arbeitsbeziehungen in Organisationen auswirken kann. Meiner Meinung nach liegt es im Ermessen jedes*r Einzelnen Kommunikation sowie die Medien bewusst einzusetzen und auch mit diesen bewusst umzugehen und sie positiv zu nutzen, ohne ein Sklave dieser zu werden.

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