Glaubwürdigkeit durch Kommunikation - plus Tipps

„Man kann nicht nicht kommunizieren“ ist ein bekanntes Zitat von Paul Watzlawik. Selbst wenn wir uns zum Beispiel in einer Diskussion zu einem Thema nicht äußern, setzen wir damit ein Statement, egal ob das bewusst oder unbewusst passiert. Wenn jemand sich aus Unsicherheit oder Schüchternheit seine Meinung in einer gewissen Situation nicht kundtun traut, könnten andere das als Ignoranz verstehen. Denn wir Menschen interpretieren ohnedies die meiste Zeit und kommen zu Rückschlüssen, die hauptsächlich auf unseren eigenen Erfahrungen beruhen. Aber das ist heute nicht das Thema.

Zurück zur Kommunikation: Verbale Kommunikation setzt sich zu einem - eher geringen - Teil aus dem gesprochenen Wort zusammen, die weitaus größere Bedeutung liegt bei Körperhaltung, Mimik, Gestik, Lautstärke, Betonung. Kommunikation ist kongruent, wenn das was wir verbal von uns geben, mit den nonverbalen Signalen übereinstimmt. Wollen wir jemanden von etwas überzeugen, aber unsere Argumente werden so vorgetragen, dass sie sich von der Betonung her wie Fragen anhören, verlieren sie an Gewicht, auch wenn sie rein inhaltlich stichhaltig und fundiert sind.

Diese ungewollte Diskrepanz tritt mehr oder weniger unkontrolliert ein, wenn wir etwas Konträres denken oder fühlen zu dem, was wir von uns geben. Unser Gesprächsgegenüber merkt dies und stellt unsere Aussage - möglicherweise auch nur auf einer unbewussten Ebene - in Frage.

Glaubt jemand etwas bestimmtes sagen zu müssen, oder nicht sagen zu dürfen, um Erwartungen Dritter gerecht zu werden, obwohl dies nicht mit der eigenen Einstellung übereinstimmt, kommt es zu Inkongruenz in der Kommunikation. Sie hinterlässt den Empfänger im Unklaren während der Sender Authentizität und Glaubwürdigkeit einbüßt.

Sehr häufig sagen wir nicht, was wir wirklich denken, fühlen oder am Herzen haben, weil wir Angst vor der Reaktion haben, Angst haben abgewiesen zu werden, einem Konflikt ausweichen möchten, (falsche) Freundlichkeit der Ehrlichkeit vorziehen, etc. Ehrliche, direkte Kommunikation ist nicht immer der einfache, konfrontationsfreie Weg aus einer bestimmten Situation, langfristig aber immer der beste.

Ehrlichkeit in der Kommunikation bezieht sich auf die Aufrichtigkeit in Bezug auf die eigene Wahrnehmung, die eigenen Gefühle und soll auf keinen Fall zu verletzenden oder beleidigenden Äußerungen berechtigen. Hier kommt das „Wie“ ins Spiel. Welche Worte wählen wir, in welchem Ton sprechen wir, wie können wir uns auf das Gegenüber einstellen, etc. Selbst die beste Absicht kann als Angriff  wahrgenommen werden, wird sie als Befehl oder Vorwurf zur Sprache getragen.

All diese Unstimmigkeiten, diese Inkongruenz führt zu einem Verlust der Glaubwürdigkeit - in der Regel orientieren wir uns mehr am „Wie“ als am Inhalt - und ein Verlust der Glaubwürdigkeit führt in weiterer Folge zu einem Vertrauensmanko - keine gute Basis für jegliche Art zwischenmenschlicher Beziehungen.

 

5 Tipps für mehr Glaubwürdigkeit:

1.) Versuche so ehrlich wie möglich zu kommunizieren, vor allem was deine eigenen Gefühle und Emotionen betrifft.

2.) Befreie dich von den vermeintlichen Erwartungen die andere haben könnten.

3.) Meide Konflikte nicht um jeden Preis, versuche dich statt dessen in einem konstruktiven Umgang mit schwierigen konträren Themen.

4.) Versetz dich in die Lage deines Gegenüber und gehe darauf ein, vor allem bei persönlichen Themen.

5.) Bleib freundlich und respektvoll. Es ist erwiesenermaßen möglich, etwas Unangenehmes zu äußern, z.B.: was einem*r gegen den Strich geht ohne aggressiv oder angreifend zu werden.

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