Opferrolle - wenn der Kollege täglich jammert

Wir alle kennen den einen oder anderen Kollegen oder Kollegin, die immer benachteiligt zu sein scheint und aus dem Jammern und Heulen gar nicht mehr herauskommt. Oder trifft das auf dich selbst zu?

Intrigen, Mobbing und andere Ungerechtigkeiten, die Menschen verletzen und sie kurzfristig zum Opfer machen, treffen wir immer wieder im Berufsalltag. Darauf bezieht sich der Begriff Opferrolle nicht, ebensowenig sind hier Opfer von Gewaltverbrechen oder sonstigen Straftaten gemeint. Vielmehr versteht bezeichnet der Begriff Opferolle Personen, die jede Gelegenheit nutzen, ja sogar nach Gelegenheit suchen, um sich selbst als Opfer zu darzustellen und keine Intention zeigen aus dieser Rolle herauszukommen. Diese Opferhaltung hat einiges an Komfort zu bieten, möchte man jegliche Form von Verantwortung auf andere abschieben, bemitleidet werden und im Rampenlicht der allgemeinen Bemitleidung stehen.

Wie begegnest du Menschen in der Opferrolle am besten?

Das Drama abtun, nicht ernst nehmen oder schroff zu reagieren, bestärkt die Opferrolle. Das Opfer fühlt sich bestätigt, dass die ganze Welt gegen einen ist und schlüpft tiefer in die Rolle hinein.
Sympathisieren und Bemitleiden sind ebenso unwirksam, da diese Verhalten ebenso zu einer Verstärkung und Bestätigung führt. Das Opfer probiert stets, Rechtfertigung für sein Verhalten zu erlangen, um so lange wie möglich seiner Rolle gerecht zu werden, bzw. um sie weiter auszubauen.
Sowohl die Strategie das Opfer mit Gewalt aus seiner Rolle zu reißen, als auch die Strategie Aufmerksamkeit und Mitleid zu schenken, festigen die Opferhaltung und helfen somit nicht.

Der einzige sinnvolle Weg ist Empathie und echtes Mitgefühl zu zeigen, ohne zu bemitleiden und den Jammer zu verstärken. Das bedeutet so weit wie möglich einen normalen Umgang zu pflegen, und am besten den Gesprächsfokus auf andere Dinge zu lenken. So kannst du anderen Bereichen Beachtung schenken und dem Gegenüber die nötige Aufmerksamkeit schenken, ohne das bewusst gewollte Leid zu verstärken. Der Balanceakt besteht darin, das Drama nicht komplett zu ignorieren, aber auch nicht zu sehr darauf einzulassen und so neutral wie möglich zu bleiben.

Viele Menschen, die in ihrer Opferrolle gefangen sind, versprühen eine gewisse negative Atmosphäre und neigen dazu ihre Mitmenschen mit Beschuldigungen anzugreifen. Diese Attacken darfst du nicht persönlich nehmen, da sie im Grunde nicht gegen jemanden bestimmten gerichtet sind, sondern einfach nur darauf abzielen, jemand anderen für das eigenen Fehlverhalten verantwortlich zu machen.

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