Tu dir was Gutes und sprichs von der Leber weg!

Unsere Kommunikation - oder das Fehlen dieser wirkt sich mehr auf unser Leben aus als uns bewusst oder lieb ist. Manchmal gehen wir davon aus unser Gegenüber wüsste was wir mit kryptischen Anmerkungen meinen, ohne Klartext zu reden, oder umgekehrt denken wir zu wissen, was jemand anderer möchte, ohne mit der betreffende Person jemals darüber gesprochen zu haben. So kommen Missverständnisse zustande, die leicht in Konflikten enden können. Wir interpretieren auf Grund unserer eigenen Erfahrungen und daraus resultierenden Kommunikationsmuster.

Unsere Wünsche zu äußern, oder uns unserer Umwelt offen mitzuteilen, ist leichter gesagt als getan und fällt uns gar nicht so einfach. Deshalb bleiben wir von vornherein stumm und fragen uns dann verwundert oder gekränkt, warum andere zum Beispiel eine Gehaltserhöhung bekommen, befördert werden, einfach kriegen was sie wollen, während wir fleißig unsere Arbeit tun und auf die Belohnung warten, die uns - zweifelsohne - zusteht.

Der Schlüssel zum Erfolg ist Kommunikation. Wenn wir nicht kundtun, was wir möchten, was uns stört, können die Menschen in unserem Umfeld nicht danach handeln. Vorsicht: allerdings fliegt uns nicht alles zu, was wir möchten, nur weil wir es aussprechen. Wenn das Budget keine Gehaltserhöhung zulässt, werden wir diese vermutlich nicht durchsetzen können. Das Kommunizieren unserer Wünsche ist dennoch wichtig. Haben wir ausgesprochen, was wir möchten, können wir das Thema geistig entweder bei Seite legen, neu beurteilen und auf jeden Fall die Spekulationen in unserem Hirn einstellen. Ob wir bekommen was wir fordern oder nicht, ist dann zweitrangig, wir lernen unsere Wünsche auszudrücken - was wir aus Angst vor Zurückweisung oder Ablehnung oft gar nicht tun und fühlen uns befreit. Je öfter wir etwas kommunizieren und die Angst vor der Reaktion des Gegenüber überwinden, desto freier und selbstbewusster werden wir. Wir sind mit uns selbst im Reinen.

Abgesehen davon, wissen wir oft gar nicht so genau was wir möchten. Eine Auseinandersetzung mit uns ist notwendig, die uns innerliche Klarheit bringt. Kennst du das, wenn du ganz genau weißt was du nicht willst, zwar eine vage Wunschvorstellung vorhanden ist, sobald du diese ausformulieren möchtest, aber ins Stocken kommst? Je klarer wir mit uns selbst sind, desto leichter fällt uns das Verbalisieren. Beginnen wir unsere Wünsche in Worte zu fassen, werden sie konkreter und somit greifbarer.

Die Kommunikation unserer Anliegen führt vielleicht nicht immer unmittelbar zum erhofften Output, aber bringt uns mehr Selbstvertrauen, Sicherheit bei Entscheidungen, läßt uns souverän wirken und schenkt uns nicht zuletzt inneren Frieden. Ich glaube wir alle kennen die Redewendung und die Erfahrung des befreienden Gefühls, sich etwas von der Leber zu reden. Dieser Ausdruck kommt nicht von irgendwo her. Die eingangs erwähnten Spekulationen über Unausgesprochenes können in weiterer Folge zu Sorgen führen, die sich - in welcher Form auch immer - früher oder später auf unsere Gesundheit (Leber) niederschlagen. Tu dir und deiner Gesundheit einen Gefallen und sprich dir deinen Kummer von der Leber weg - oder lass es erst gar nicht soweit kommen.

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